13. Dezember 2017

Grußwort Peter Aicher zur Medienlounge in Garmisch 2017

Das Bauen mit Holz ist weltweit im Vormarsch. Es wird getragen von innovativen Holzbaubetrieben und der Herstellerindustrie, der vorschrittlichen Wissenschaft und zunehmend von innovativen sowie ökologisch überzeugten Bauherren, sei es privat, gewerblich oder öffentlich.

Das Bauen mit Holz ist weltweit im Vormarsch. Es wird getragen von innovativen Holzbaubetrieben und der Herstellerindustrie, der vorschrittlichen Wissenschaft und zunehmend von innovativen sowie ökologisch überzeugten Bauherren, sei es privat, gewerblich oder öffentlich.
 
Immer neue aufsehenerregende Leuchttürme sind in Planung oder im Bau: Hoho Wien, Moholt 50/50 Trondheim, Common Brooks Kanada, der Oakwood Tower in London um nur Einige zu nennen.

Die Holzbau-Leuchttürme sind wichtig, aber…!

Die Branche benötigt  mehr Marktanteile im alltäglichen Baugeschehen, speziell im   normalen Geschoßwohnbau mit drei bis sechs Geschoßen. Und dafür gibt es beste Argumente im Sinnen des Klimaschutzes und vor Allem zum Wohle zukünftiger Generationen.

Wir haben letztes Jahr an dieser Stelle über die Ressourcenwende gesprochen. Leider scheint dieser Gedanke in der Politik noch nicht richtig angekommen zu sein. Ich verspreche: Als Timber Construction EUrope bleiben wir da noch lange dran!  
 
Klimaschutzbewusstsein gut, aber…!
Fast alle Regierungen haben den Klimaschutz auf ihrer Agenda. Klimaschutzmaßnahmen werden aber meistens nur in den Themen Verkehr, Mobilität, Heizsysteme und Dämmung wirklich ernstgenommen und behandelt. Wir erwarten, dass die Politiker in den europäischen Ländern  in Sachen Klimaschutz endlich auch die Chance des Nachhaltigen Bauens erkennen  und endlich den Mut haben, dieses mit dementsprechenden Rahmenbedingungen zu unterstützen. Auf die Baustoffe und deren tatsächliches Klimaschutzpotential gehen die Politiker bisher leider nur zaghaft ein, sonst würden Nachhaltigkeit und insbesondere Ressourceneffizienz stärker in den landespolitischen Schutzzielen überführt werden. 

Aber es gibt auch positive Entwicklungen:
Die Zero Carbon Strategie in England, die 2000 Watt-Gesellschaft in der Schweiz, die CO2-Strategie in München, die Ziele von München, Berlin und Heidelberg, den Holzbau zukünftig aktiv  zu fördern.

Bauen ja,…aber!
Dr. Peter-Paul Pichler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)  hat eine Studie veröffentlicht, die den Ausstoß von Treibhausgasen von vier Metropolen genauer unter die Lupe nimmt. Verglichen wird in der Studie der Treibhausgas-Fußabdruck von Berlin, New York, Mexico City und Delhi. Eine der wesentlichen Erkenntnisse der jetzt veröffentlichten Arbeit ist, dass die indirekten Emissionen deutlich größer sind als bisher angenommen. Das bedeutet auch, dass die Einflussmöglichkeiten von Städten und Regionen größer sind als gedacht. Bürgermeister und andere regionale Akteure haben mehr Möglichkeiten, etwas im Kampf gegen den Klimawandel zu bewirken, weil ihr Einfluss nicht auf das Stadtgebiet und die Region begrenzt ist: „Tatsächlich kann ihr Handeln weitreichende Wirkung haben“.

Die Studie des Wissenschaftlers zeigt, dass die Bereiche Transport und Wohnen die meisten Emissionen verursachen, lokal gleichermaßen wie vorgelagert, denn auch beim indirekten Ausstoß von Treibhausgasen ist das so. In diesen Bereichen ist der Handlungsspielraum der Städte verhältnismäßig groß, heißt es beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Würden Städte den Einsatz von weniger CO2-intensiven Baustoffen, fördern, könnte der indirekte Ausstoß, also jener außerhalb der Stadtgrenzen, drastisch reduziert werden.

Berufliche Qualifikation,…aber!

Qualifizierte Mitarbeiter, ob in der Fertigung, auf der Baustelle oder im Büro sind der elementare Baustein für erfolgreiche Holzbauunternehmen. Wir erleben derzeit den gesellschaftlichen Wandel zur Digitalisierung. Hier muss der europäische Holzbau Schritt halten und mit dem notwendigen Augenmaß die Entwicklung positiv mitgestalten. Dazu ist es für uns von Timber Costruction Europe ganz wichtig, zunächst einen klaren Überblick über die verschiedenen Aus- und Weiterbildungssysteme zu erlangen, um die richtigen Maßnahmen im Zuge eines transnationalen Wissenstransfers in die Wege zu leiten. Hierfür sind wir dabei mit Unterstützung von Erasmus ein europäisches Bildungsnetzwerk im Holzbau aufzubauen.


Mit Verweis auf unseren morgigen Prolog zur Arbeitswelt 4.0 und den im nächstem Jahr erscheinenden Ergebnissen zum europäisches Bildungsnetzwerk im Holzbau darf ich dazu aufrufen, daran teilzunehmen und mitzugestalten!

Die besten Chancen,…aber!

Noch nie war Nachhaltiges Bauen so bedeutsam wie heute,  aber das muss auch in allen Kommunikationsnetzen und vor allem in Regierungsebenen  stärker und permanenter verankert werden.Die Notwendigkeiten aufgrund der Klimaerwärmung, der zunehmenden Bodenverknappung und der zunehmenden Wohnungsnot
1.    die horizontale und die vertikale Verdichtung, und zwar  am Land und in den Zentren
2.    die weltweite und  spektakuläre Rückkehr des Holzes in die Städte.

Das sind doch gute Aussichten und wir werden uns als TCE mit ganzer Kraft für diese Chancen einsetzen, die nicht nur unser Bauen, sondern auch unsere Umwelt  enkeltauglicher machen.

Herzlichen Dank für Ihr Kommen und Ihre Aufmerksamkeit, wir stehen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung!

Peter Aicher, Präsident Timber Construction Europe