Der Europäische Forschungsraum

Timber Construction Europe im europäischen Forschungsraum

Der Raum, in dem Forschung und Innovation in Europa zum Tragen kommt, hat sich mittlerweile bedeutend ausgeweitet. Die Europäische Union verfolgt mit der Strategie „Europa 2020“ und der Leitinitiative „Innovationsunion“ das Ziel, zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Wirtschaftsraums einen „Europäischen Forschungsraum“ (ERA - European Research Area) zu verwirklichen. Dieser ist geprägt durch eine Zusammenarbeit, in der nationale Forschungsprogramme, transnationale Forschungsinitiativen und das europäische Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020“ eine in sich abgestimmte Gesamtwirkung entfalten.

 

Strategische Prioritäten

Die Forschungsaktivitäten im europäischen Forschungsraum verfolgen als strategische Prioritäten intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum. Mit ihm ist die Erreichung von fünf Kernzielen verknüpft, zu denen unter andere die Verwirklichung der "20-20-20-Ziele" bis zum Jahr 2020 gehören:

  •     Reduktion der Treibhausgasemission um mindestens 20 Prozent
  •     Energieeffizienzsteigerung um 20 Prozent
  •     Anteil der erneuerbaren Energien von 20 Prozent am Gesamtenergieverbrauch

 


Umsetzung von sieben Leitinitiativen

Die Umsetzung der Zielstellungen erfolgt im Rahmen von sieben Leitinitiativen, sogenannten Flagships, von denen insbesondere die Initiativen 

  • ressourcenschonendes Europa,
  • Industriepolitik im Zeitalter der Globalisierung,
  • Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten und Innovationsunion

einen besonderen Bezug zu den Leistungsbereichen des europäischen Holzbaus aufweisen.

 
Timber Construction Europe ist davon überzeugt, dass Fördermöglichkeiten von Forschung und Innovation im europäischen Forschungsraum einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, Kompetenz, Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Holzbaubetriebe entscheidend zu steigern. 


Im Rahmen ihrer Möglichkeiten bietet Timber Construction Europe ihren Mitgliedern, den dazugehörigen Unternehmen sowie weiteren interessierten Partner  und Einrichtungen der Wissenschaft eine Hilfestellung für gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich des Holzbaus.  





Programme

Europäische Programme

"HORIZON 2020" als europäisches Rahmenprogramm für Forschung und Innovation

"Horizon 2020", das 8. Europäische Forschungsrahmenprogramm, bestimmt im Zeitraum von 2014 bis 2020 maßgeblich Forschung und Innovation auf europäischer Ebene. Im Jahr 2013 sind die Weichen gestellt worden, das Programm mit einem Budget von über 78 Mrd. Euro auf den Weg zu bringen.

Das Forschungsrahmenprogramm als Flaggschiff der Forschungsförderung in Europa hat seit 2014 auch für den Holzbausektor Antragsmöglichkeiten für branchenrelevante Forschungsaktivitäten eröffnet. Aber auch für einzelne Holzbauunternehmen mit KMU-Hintergrund sind die Voraussetzungen für individuelle Forschungsanliegen durch maßgeschneiderte Programmformate (z.B. KMU-Instrument, Fast Track to Innovation) deutlich verbessert worden.


Ergänzende Programmformate

Über das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation hinaus bestehen jedoch noch eine Reihe weiterer Einzelprogramme auf europäischer Ebene (z. B. EUREKA/Eurostars, COST, ERASMUS+) oder Förderangebote des Europäischen Strukturfonds (z.B. ELER, Interreg, EFRE), die für themenspezifische  Maßnahmen sinnvolle Antragsmöglichkeiten bieten. Ergänzt werden diese durch transnationale Programmangebote, deren Basis durch nationale Initiativen mit gleichzeitiger Unterstützung durch die Europäische Union gelegt werden (z. B. ERA-NETs, Cornet, IraSME).


Weiterführende Informationen zum Forschungsrahmenprogramm

Grundlegende Informationen über Horizon 2020 finden sich auf der zentralen Informationsplattform  „Participant Portal“. Nach einer Registrierung auf der Eingangsseite kann das Portal in seinem vollen Leistungsumfang genutzt werden. Der Zugang erfolgt durch Anklicken des nachstehenden Links:
http://ec.europa.eu/research/participants/portal/desktop/en/home.html

Im nächsten Schritt wird von potenziellen Antragstellern gefordert, sich eingehend mit den Förderthemen auseinander zu setzen. Unter dem Reiter "Funding Opportunities" finden sich die aktuellen Einzelthemen (Topics) des aktuellen Arbeitsprogramms. Eine Suchfunktion erleichtert die Schnellsuche nach einem bestimmten Thema. Das jeweilige Suchergebnis liefert nicht nur inhaltliche Informationen zum jeweiligen Thema, sondern führt auch technische Förderaspekte und Terminsetzungen für die Einreichungen von Projektanträgen auf. 

 

Da Termine nicht einheitlich vorgegeben sind, sondern auf das jeweilige Einzelthema abgestellt sind, ist es wichtig, die Vorgaben zu den Förderthemen genau zu beachten.  

 

Über die Möglichkeiten der Nutzung des Participant Portal hinaus sind weitere Informationen zum europäischen Programmangebot über nationale Beratungs- und Kontaktstellen zu beziehen.

Für unmittelbar weiterführende Auskünfte zur Verfolgung von branchenbezogenen Forschungs- und Innovationsperspektiven im Rahmen auf der Basis europäischer Programmangebote steht Interessenten die Geschäftsstelle von Timber Construction Europe gerne zur Verfügung.

Forschung-Aktuell

Das europäische Forschungsrahmenprogramm geht 2017 in seine letzte Förderphase. Die Entwicklung des Programmfokus und dazugehörigen Themenschwerpunkten wurden bereits seit Beginn dieses Jahres in die Bearbeitung genommen.

Nach zwei zweijährigen Arbeitsprogrammen (2014/2015 und 2016/2017) wird somit zum Ende der Laufzeit für den Zeitraum 2018 bis 2020 ein dreijähriges Arbeitsprogramm verabschiedet. Für interessierte Antragsteller ist damit eine verlässliche Planungssicherheit gegeben.

Im Bereich NMBP (Nanotechnologies, Advanced Materials, Advanced Manufacturing and Processing) sowie im Bereich Gesellschaftlichen Herausforderungen (Societal Challenges) werden auch für den Holzbau interessante Programmaufrufe zu erwarten sein, die die großen Herausforderungen bei der Verwirklichung der Energie- und Ressourceneffizienz im Baubereich wie auch die Weiterentwicklung von handwerklichen und industriellen Kompetenzen Bau ausführender Unternehmen berühren. Über entsprechende Inhalte wird im Rahmen dieser Berichterstattung rechtzeitig informiert.

Es ist davon auszugehen, dass der formale Startschuss für erste Programmaufrufe für die Schlussphase von Horizon 2020 im letzten Quartal 2017 erfolgen wird.

Um die Antragsmöglichkeiten für diesen Förderzeitraum gezielt sondieren zu können, steht als zentrales Informationsportal für alle Forschungsinteressierten das Participant Portal zur Verfügung (siehe Link oben unter Programme), in dem alle Informationen und Serviceleistungen zu Programmausschreibungen und Antragstellungen an einem zentralen Ort vorgehalten werden. 

 

Cofund ERA-NET ForestValue

Die europäische Kommission hat am 14. Februar 2017 den Antrag für ein transnationales Forschungsprogramm  (ERA-NET Cofund) zum Thema ForestValue - Innovating forest-based bioeconomy positiv bewertet. Es fasst erstmals frühere ERA-NETs des forst- und holzbasierten Sektors (WoodWisdom-Net, SUMFOREST und  FORESTERRA) in einem Programm zusammen.

Der thematische Fokus liegt gemäß der Programm-Vorankündigung darin, einen Beitrag zur Transformation der Weltwirtschaft mit erdölbasierten, nicht erneuerbaren Rohstoffen hin zu einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaft zu leisten. Neben der Zielstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung werden daher innovative Produktionstechnologien, industrielle Herstellungs-verfahren, Produkte und Dienstleistungen im Mittelpunkt der Förderung stehen.

Nach gegenwärtigem Stand besitzt das Programm ein Fördervolumen von ca. 25 Mio. EUR (öffentliche Fördermittel von EU-Mitgliedsstaaten einschließlich EU-Fördermittel in Höhe von 5 Mio. EUR). Das Gesamtvolumen des Programms einschließlich der Co-Finanzierung durch die Wirtschaft wird auf insgesamt mehr als 30 Mio. EUR geschätzt.

Der gemeinsame transnationale Aufruf für Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben im Forst-/Holzbereich wird voraussichtlich im IV. Quartal 2017 veröffentlicht. Nach dem darauf folgenden Antragsverfahren wird der Start von Projekten, die den Zuschlag erhalten haben, voraussichtlich Ende 2018 / Anfang 2019 erfolgen.


Schweiz voll assoziiert

Seit dem 1. Januar 2017 kann die Schweiz wieder voll an der europäischen Forschungsförderung teilnehmen. Damit hat die Eidgenossenschaft als vollassoziiertes Mitglied im Hinblick auf das gesamte Rahmenprogramm für Forschung und Innovation dieselben Rechte und Pflichten wie Forschungsbeteiligte aus den EU-Mitgliedstaaten. Dies gilt nicht nur für wissenschaftliche Einrichtungen, sondern auch für schweizerische Unternehmen, die an größeren Konsortialprojekten teilnehmen oder die Fördermöglichkeiten des KMU-Instrumentes in Anspruch nehmen möchten.

 

 

Helpdesk

Die häufig zweistufig angelegten Antragsverfahren in europäischen Programmaufrufen verlangen von Forschungsinteressierten aufgrund enger Zeitfenster einen frühzeitigen Einstieg in die Antragsvorbereitung und Konsortialbildung mit europäischen Forschungspartnern. Timber Construction Europe bietet hierzu bereits optimale Ausgangsbedingungen zur schnellen und gezielten Themenverfolgung. Aufgrund seiner  länderübergreifenden Organisationsform kann TCE die mit wenigen Ausnahmen geltende Forderung nach Einbindung von drei verschiedenen Partnern aus mindestens drei europäischen Staaten von vorneherein gerecht werden.

Antragsteller stehen bei der Verfolgung von Forschungsanliegen im Einzelfall vor großen Herausforderungen

  • Eigenengagement: Personelle, finanzielle und zeitliche Kapazitäten
  • Unzureichende Transparenz der Fördermöglichkeiten: Programme / Einzelthemen
  • Suche nach Kooperationspartnern: Finanzierungspartner / Projektpartner / wissenschaftliche Einrichtungen
  • Antragsverfahren: Einhaltung formaler Vorgaben / Richtlinien / hoher terminlicher Zeitdruck
  • Formulieren von Anträgen: Sprachbarriere /  Inhaltlicher Bezug / Erfüllung inhaltlicher Vorgaben
  • Forschungsbegleitung: Projektkoordination, Projektmanagement, Projektadministration


Das Genereralsekretatriat von Timber Construction Europe steht ihren Mitgliedern in der Verfolgung von Forschungsanliegen zur Seite durch 

  • Unterstützung strategischer Forschungspolitik
  • Mitgestaltung europäischer / transnationaler Forschungsprogramme
  • Vernetzung europäischer Forschungsinteressen
  • Information über Fördermöglichkeiten
  • Anbahnung von Forschungsprojekten
  • Aufbau und Erweiterung von Forschungsnetzwerken
  • Positionierung Forschung (Forschungsvision)

 


Kontakt für weitere individuelle Beratung und Unterstützung

Manfred Filippi
European R&D Manager
Forest-based Sector Technology Platform / German National Support Group

Phone +49 (0) 2244 9278920
Mobile +49 (0) 162 100 4203
manfred.filippi(at)forestplatform.de