Fortschritt durch Zusammenarbeit

Die Holzverwendung im Bauwesen hat in Europa in den zurückliegenden Jahren weiter Fahrt aufgenommen. Die Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten sind aussichtsreich und bei weitem noch nicht auf Ihrem Höhepunkt angelangt. Gleichzeitig sind die damit verbundenen Herausforderungen für Betriebe und Unternehmen des bauausführenden Sektors stark angestiegen. Dabei hat sich die Erkenntnis verfestigt, dass die künftige Entwicklung des Holzbaus nur mit einer ausreichenden Zahl von gut ausgebildeten Mitarbeitern bewältigt werden kann.

Seit September 2016 werden die Grundbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten der Berufsbildung im europäischen Zimmererhandwerk in einem von der Europäischen Union geförderten Projekt näher untersucht.

Das Vorhaben „Progress through collaboration - Advancing education in timber construction“ hat sich zum Ziel gesetzt, ausgehend von dem engeren Kreis der Projektpartner dauerhafte strategische Partnerschaften in der Aus-, Fort- und Weiterbildung zwischen Betrieben, Ausbildungsstätten und Verbänden des Holzbaus in den Ländern und Regionen der europäischen Union entstehen zu lassen.

In der Projektarbeit werden folgende Arbeitsziele verfolgt:

  • Erhebung der Rahmenbedingungen der Aus- Fort- und Weiterbildung im Zimmererhandwerk
  • Vergleich der Bildungssysteme und Qualifikationen im europäischen Holzbau
  • Feststellung der Entwicklung von Berufsbildern und Berufsprofilen im Zuge der Aufstiegsqualifizierung
  • Durchlässigkeit der Ausbildungssysteme
  • Kompetenzfelder und Funktionen in Holzbaubetrieben entsprechend den unternehmerischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
  • Überbetriebliche Ausbildungsstätten, Schulungsangebote, Ausbildungsmethoden,
  • exchange activities, Internationale Netzwerke und Partnerschaften
  • Künftige Zusammenarbeit in einem europäischen Berufsbildungsnetzwerk
  • Follow up-Projekt


Auf dieser Seite wird nachfolgend laufend über herausgehobene Ergebnisse der Projektarbeit berichtet.

Berufsbildung auf Europäisch

Seit September 2016 werden die Grundbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten der Berufsbildung im europäischen Zimmerhandwerk in einem von der Europäischen Union geförderten Projekt näher untersucht. Ein Expertengespräch informierte über den aktuellen Stand und bot im Rahmen von zwei Workshops Gelegenheit einen weiterführenden Dialog über die Handlungserfordernisse in der europäischen Berufsbildung zu führen.

Anlässlich der Europameisterschaft des Zimmerhandwerks 2018 lud der Veranstalter des Wettbewerbs, der europäische Dachverband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Timber Construction Europe (TCE), am 20. Oktober 2018 in Luxemburg zu einem Expertengespräch „Europäische Berufsbildung im Zimmerhandwerk“ ein. Etwa 25 Personen aus der Berufsbildung und aus den europäischen Branchenverbänden folgten der Einladung. TCE bot ihnen die Möglichkeit, neue Kontakte mit Fachleuten des Berufsbildungs-Netzwerks im europäischen Holzbau zu knüpfen, Erfahrungen mit Teilnehmenden aus anderen europäischen Ländern auszutauschen und interessante Perspektiven der Berufsbildung kennenzulernen.

Peter Aicher, Präsident TCE, begrüßte die Anwesenden und betonte die Wichtigkeit eines europäischen Netzwerks für die Berufsbildung: „Die Investition in geschulte Fachkräfte ist die nachhaltigere. Deshalb bauen wir ein europäisches Netzwerk aus Bildungseinrichtungen im Holzbau auf, um im ersten Anlauf den Austausch zu fördern, gegebenenfalls regionale Entwicklungspotenziale zu identifizieren und den Bedarf in Europa zu decken. Denn die Ausbildung unserer Nachwuchskräfte ist unsere gemeinsame Kernaufgabe bei Timber Construction Europe, die wir vor über 25 Jahren mit dem europäischen Berufswettbewerb begonnen haben und die wir mit dem europäischen Bildungsnetzwerk nun weiterführen.“ Im Anschluss stellte Johannes Niedermeyer, Generalsekretär TCE, kurz das Subsidiaritätsprinzip und die Kernaufgaben von TCE vor und kam zum Kern der Veranstaltung. „Die Berufsqualifikation ist ein entscheidender Faktor in Anbetracht des Fachkräftemangels in Deutschland und Europa. Ein Lösungsansatz ist es, ein starkes Bildungsnetzwerk für den Holzbau in Europa zu schaffen“, erläuterte er das Ansinnen des Expertengesprächs.

Den Dialog fördern

Wie ein Bildungsnetzwerk bereits in die Praxis umgesetzt wird, zeigten Manfred Filippi, Basistema Consulting, und Thomas Andersen, TCE, mit dem Erasmus+-Projekt „Progress through collaboration - Advancing education in timber construction“, auf Deutsch „Fortschritt durch Zusammenarbeit - Bildungsförderung im Holzbau.“ Mit diesem Vorhaben hat sich TCE zum Ziel gesetzt, ausgehend von dem engeren Kreis der Projektpartner dauerhafte strategische Partnerschaften in der Aus-, Fort- und Weiterbildung zwischen Betrieben, Ausbildungsstätten und Verbänden des Holzbaus in den Ländern und Regionen der europäischen Union entstehen zu lassen. Das von der Europäischen Union geförderte Projekt hat eine Laufzeit von September 2016 bis Februar 2019 und untersucht die Grundbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten der Berufsbildung im europäischen Zimmererhandwerk. Projektpartner aus den sechs Partnerländern - Finnland, Ungarn, Deutschland, Luxemburg, Schweiz und Österreich- des Projekts haben sich dafür folgende Ziele gesetzt:

  • Rahmenbedingungen für die beruflichen Ausbildung in den 28 Mitgliedstaaten der EU und weiteren Ländern aus dem europäischen Wirtschaftsraum untersuchen
  • Berufsprofile, Berufsbilder und Qualifikationen in Unternehmen erfassen
  • Überbetriebliche Ausbildungsstätten und Schulungsangebote vergleichend kennenlernen
  • Einen Vergleich der Ausbildungssysteme und Qualifikationen ermöglichen
  • Fort- und Weiterbildung sowie Aufstiegsqualifizierung fördern
  • Eine Durchlässigkeit der Ausbildungssysteme unterstützen
  • Ein Europäisches Berufsbildungsnetzwerk knüpfen und für die Zukunft etablieren

Bereits Bewährtes nutzen

Als eine der Informationsquellen wurde Cedefop, europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung, vorgestellt. Die 1975 gegründete und seit 1995 in Griechenland ansässige dezentrale Agentur der EU unterstützt die Ausarbeitung von europäischen Strategien zu Berufsbildung und trägt zu ihrer Umsetzung bei.

Als Best Practice-Beispiel in Bezug auf die Durchlässigkeit eines Bildungssystems im Holzbau wurde das Schweizer Modell vorgestellt. So wird in der Schweiz der Besuch weiterführender Bildungsangebote, der Wechsel von der Berufsbildung an eine Hochschule oder ein Tätigkeitswechsel im Verlauf des Arbeitslebens durch die Anrechnung bereits erbrachter Bildungsleistungen erleichtert.

Prof. Dr. Marc Ant, Geschäftsführer der Kompetenzzentren des luxemburgischen Handwerks stellte den praktischen Nutzen von EQF (European Qualifications Framework = Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen) und NQR (Weitere Nationale Qualifikationsrahmen) für Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Mitarbeitende vor.

In seinen Ausführungen erläuterte er anhand der in Luxemburg agierenden Kompetenzzentren die besonderen Vorteile der Umsetzung von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Diese stellen die Entwicklung von Kompetenzen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Mittelpunkt, welche sie befähigen sollen, auf die neuesten technologischen, unternehmerischen und wirtschaftlichen Anforderungen vorbereitet zu sein.

Als Perspektive konnten die Anwesenden festhalten, dass ein nachhaltiges Bildungsnetzwerk entstehen und ein zweites Projekt, das weitere Fragestellungen bearbeitet, folgen soll.

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